DER INNENRAUM


Der Innenraum der durch Karl Friedrich Schinkel entworfenen St. Johanniskirche bot zunächst etwa 400 Besuchern Platz. Dieser fand sich in den Bankreihen und auf den Emporen. Die Brüstungen ruhten auf schmalen Säulen und waren schwarz-weiß verziert. Ihre Ausrichtung entlang der Längswände betonte den Altar.

Die Wände waren nach Schinkels Plänen hellgelb gequadert, die Altarnische dunkelgrau marmoriert mit schwarz-goldenen Friesen. In der Apsiskalotte griff die Gestaltung die des Dachstuhls auf: kleine Sterne auf blauem Grund.

Die Umgestaltung des Innenraums durch Max Spitta um 1896 brachte den dem Zeitgeschmack gezollten ausufernden Historismus der Wilhelminischen Kaiserzeit. Die Veränderungen des Grundrisses durch zusätzliche Seitenarme und die Verschiebung des Altars nach Norden brachen die geschlossen Raumwirkung auf und verdoppelten das Raumvolumen. Durch zusätzlich Umbauten der Emporen sollten von jetzt an über 1000 Sitzplätze zur Verfügung stehen.

1901 wurden die Seitenwände des alten Schinkel-Portals  zugunsten eingefügter Warteräume angeschnitten. Aus derselben Zeit stammt auch die blaugrundige Schrifttafel mit den Worten „Friede sei mit euch“.

Im zweiten Weltkrieg wurde der Innenraum weitgehend zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte, wenn auch modern im Stil der 50er Jahre, so doch schlichter und damit  "im Sinne Schinkels".

Die Emporen wurden in die Seitennischen der Querarme eingezogen und verliefen nahezu bündig mit den Langhauswänden. Sie ebenso wie die Orgelempore wurden mit hellem, der Taufstein, die Kanzel und der Altar mit dunklem Walsenfelder Marmor verkleidet. Im Übrigen wurde die Innenraumgestaltung schlicht in hellem Putz gehalten.

Die Fensterrose über der Orgelempore wurde von Prof. Kirchberger aus Splittern zerstörter Kirchenfenster in Moabit gestaltet, die übrigen Fenster sind in lichten Tönen bleiverglast.

Die Einweihung der wiederhergestellten Kirche fand am 23. Juni 1957 statt.