DER DACHSTUHL

Durch Schinkel erhielt St. Johannis einen mittelalterlich anmutenden offenen Dachstuhl. Er verlieh dem Raum Höhe und eine freie Wirkung. Die Kassettierungen am Dach waren mit Friesen und kleinen Sternen auf blauem Grund versehen.

Ursprünglich wurde die Last der offenen, nicht wie heute in Scheiben aus Brettbindern, sondern aus filigranem Stabwerk gefestigten und bemalten Dachbinderrahmen mit den halbrunden Öffnungen auf Stützen übertragen. Die Halbkreisbögen hatten die Breite des ehemaligen Raumes zwischen den Emporen der Ursprungskirche. Die Stützen standen auf einem Mauervorsprung in der Höhe der Emporenböden.

Die aufwändige hölzerne Dachkonstruktion wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Der durch Bartning und Roth wiederhergestellte Innenraum vermittelt zumindest in der proportional exakten Wiederholung der Schinkelschen offenen Dachstuhlkonstruktion ein Bild des ehemaligen Raumeindrucks. Die hölzerne Dachkonstruktion wurde in vereinfachter Formensprache ausgeführt. Bartning interpretiert mit schlichten Bogenbindern den offenen Dachstuhl Schinkels neu.

Heute wird die Dachlast bereits unterhalb des Mauerwerkhauptes von einem Kraggesims auf die Außenwände übertragen.