Was, wenn jetzt alle Christen plötzlich nach Deutschland wollen?


Gestern erlangte die - bei abendlichen Zusammenkünften heutzutage schwer umgängliche - Diskussion um Flüchtlingsfragen eine neue Dimension:

Wer ist bei Euch im Begegnungscafé? Warum kommen sie? Auch Christen?
Aber was, wenn jetzt alle Christen plötzlich nach Deutschland wollen?

Die große Angst vor der "Überschwemmung".
Jetzt nicht mehr vor dem vermeintlich Fremden, sondern vor den Christen.
Oder sind Christen als Angehörige einer Religion inzwischen schon etwas Fremdes?
Bei uns?
 

Die Christen, die hier stranden, verlassen ihre Heimat nicht leichtfertig. Sich als Christ zu "outen" ist an vielen Orten der Welt gefährlich. Sie sind dort Fremde und hier gleich wieder. Und haben dazwischen viel aufgegeben und die selben Probleme, wie andere Asylsuchende auch: zu kleine Sprachkursen, zu wenig (bezahlbarer) Wohnraum, Heimweh.


Ja, was, wenn sie kämen? Dann wären die Kirchen voll am Sonntag. Und die Gemeinden größer, bunter, internationaler. Das klingt doch sehr erfreulich oder? Wir konnten uns gestern jedenfalls darauf einigen.


MARTINA KNOLL

(foto:knoll)