Rasen, Rosen, Rost




Auf dem Kirchhof St. Johannis I gibt es viele Grabstätten, deren Nutzungsberechtigung ausgelaufen ist. Einige schon aus der Gründungszeit der Kirche, so wie das Grab des Berliner Gutsbesitzers Georg Peter Christian Beussel, der hier 1864 bestattet  wurde und nachdem sich ein ganzer Kiez in Moabit nennt. Doch auch viele weniger prominente Gräber haben niemanden mehr, der sich um ihren Erhalt kümmert.

Besonders schlimm steht es um das Erbbegräbnis Gericke. Der Stadtverordnete Wilhelm Gericke, auch als "König von Moabit" bezeichnet, wurde hier 1926 nach einem tödlichen Verkehrsunfall bestattet. Der die Spree überquerende Fußgängersteg zum S-Bahnhof Bellevue trägt seinen Namen. Wahre Rodungsarbeiten waren vonnöten, um die vielen Grabsteine dieser Familie wieder sichtbar zu machen. Doch sind die Stelen noch immer einsturzgefährdet und der Zaun leuchtet verrostet in Umrandung des Familiengrabes.


Nach einem Aufruf im Sprengelblatt und auf unser Homepage durch Frau Böttger von der Kirchhofsverwaltung trafen sich am Samstagmorgen zum ersten mal Freiwillige.  Gemeinsam war ihnen das Ziel, sich am Erhalt des Kirchhofs zu beteiligen. Sieben Personen versuchten aufzuarbeiten, was in zwei Jahren ohne Gärtner entwachsen war.

Frau Böttger brachte Arbeitshandschuhe und Harken, Zaunscheren und nicht zuletzt zwei ihrer Fachkräfte mit, die die Aktion in ihrer Freizeit unterstützen. So konnten auf diesem ersten Treffen neben dem Erbbegräbnis Gericke auch die Fläche der Kriegsgräber komplett von Unkraut befreit und Zäune, Tannen und Eiben beschnitten werden.

Ende August wird sich die Gruppe erneut treffen, der genaue Termin wird hier auf der Homepage unter "Veranstaltungen" zu finden sein.

Weitere Freiwillige, die Lust haben zu helfen, sind dann herzlich willkommen, denn es gibt noch sehr viel zu tun.

 

MARTINA KNOLL
(Fotos: knoll)