Pfarrerin Türpe

Pfarrerin Carola Türpe ist nun seit dem 1. Januar 2012 die Gemeindepfarrerin in der St.-Johannisgemeinde.
Um sie noch einmal von einer anderen Seite kennenzulernen, haben wir ihr einige Fragen in Form eines Interviews gestellt:


Wo waren Sie tätig, bevor Sie zur St. Johanniskirche gewechselt sind?
"Meine erste Pfarrstelle hatte ich in dem kleinen Ort Bergholz- Rehbrücke bei Potsdam. Die Menschen dort, von denen viele die Kirche im Sozialismus erlebt haben, haben mich sehr beeindruckt.
Die Gottesdienste feierten wir dort in einer kleinen barocken Dorfkirche. Es ist schon sehr beeindruckend, Gottesdienst in einer so großen Kirch, wie St. Johannis zu feiern.
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Wann wurde Ihnen klar, dass Sie Pfarrerin werden wollten bzw. irgendwas mit Kirche machen?
"In meiner Heimatgemeinde in Augsburg war ich von klein auf dabei. Wir hatten einen Pfarrer, der den Konfirmandenunterricht spannend gestaltete. Danach entschloss ich mich, in der Gemeinde ehrenamtlich im Kindergottesdienst mitzuarbeiten.
Außerdem war ich in der Jugendgruppe. Mir gefiel es, dass wir in der Gemeinde gehört wurden und an vielen Stellen selbstständig Verantwortung übernehmen durften und wir hatten immer viel Spaß. In dieser Zeit wurde mir immer klarer, dass ich Pfarrerin werden will.
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Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Beruf?
"Ich treffe in meinem Beruf ganz unterschiedliche Menschen, das gibt mir Einblick in viele Lebenswelten und lässt mich sensibel für die Nöte der Zeit bleiben.
Außerdem wird es nie langweilig, weil die Vielfalt der Aufgaben groß ist. Vom Beerdigungsgespräch, über ein Treffen mit dem Denkmalamt, die Mitarbeiterbesprechungen und die Vorbereitung des Konfirmandenunterrichtes, bis hin zur Aufstellung des Finanzplans ist jeder Tag bunt gefüllt.
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Was für Schwierigkeiten bringt der Beruf mit sich?

"Heute steht das Berufsbild des Pfarrers bzw. der Pfarrerin vor vielen Herausforderungen. In Zeiten schrumpfender Gemeinden, werden die zur Verfügung stehenden Mittel weniger. Nicht alles, was eigentlich notwendig wäre, kann noch finanziert werden.
Die Baulasten, die gerade große Innenstadtgemeinden haben, bedrücken die Gemeinden oft schwer. Oft müssen Stellen gekürzt werden, für den Pfarrer bzw. die Pfarrerin heißt das, gemeinsam mit Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen neue Ideen zu entwickeln, um Gemeinden lebendig zu halten. Da ist es als Pfarrer oft wichtig, die Anderen und sich selbst immer wieder zu motivieren und in der Veränderung auch eine Chance zu sehen.
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Sie betreuen auch die verschiedenen Konfirmandengruppen. Was war Ihr Konfirmationsspruch?
"Mein Konfirmationsspruch lautet: "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben, wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht. (Johannes 15, 7 )"
Mein Pfarrer hat ihn für mich ausgewählt und er erinnert mich immer wieder daran, dass mein Weg ins Pfarramt richtig war.
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Das Interview wurde geführt von Lia Knoll und Anna Griebel