Zum Tode von Horst Reimann: Nachruf


(2. September 1936 – 31. Oktober 2014)

Am 31. Oktober 2014 ist Horst Reimann im Alter von 78 Jahren gestorben. Horst Reimann war seit Mitte der 1970er Jahre  Mitglied der St. Johannis-Gemeinde und lebte mit seiner Familie auf dem Kirchengelände. Mit Leib und ganz viel Seele und Herz engagierte er sich für die Gemeinde und ihre Mitglieder, setzte sich ein für Bauvorhaben und technische Anschaffungen, für das Gemeinde-Cafe und für die Seniorenarbeit. Sein Engagement in St. Johannis begann, als seine jüngste Tochter Susanne den Gemeinde-Kindergarten besuchte und dort ein Schrank seine Hilfe benötigte! Außerdem war er langjähriges Mitglied des Gemeindekirchenrates und im Männerkreis und machte zuverlässig den Kirchdienst während der Gottesdienste.

Viele Gemeindemitglieder erinnern sich an unvergessliche Gemeindefeste und Gruppenfeiern, bei denen Horst Reimann mit seiner Frau und mit Freunden tatkräftig und kreativ mitgewirkt hat. Es gab Zeiten, in denen Horst und Renate Reimann auf sämtlichen Gemeindefesten eines Jahres für alle gekocht haben – bei den Erinnerungen daran kommen heute noch viele in’s Schwärmen! Vielen Alt-Moabitern ist Horst außerdem durch den Zeitungsladen in Alt-Moabit bekannt, den er und seine Frau geführt haben.

Viele SeniorInnen und Gemeindemitglieder können sich an zahlreiche Ausflüge in’s Brandenburger Umland erinnern, die Horst organisiert hat und die immer ein großes Vergnügen gewesen sind.

Seinen 78. Geburtstag am 2. September 2014 feierte Horst gemeinsam mit den „Dienstags-SeniorInnen“ und einigen FreundInnen im Johannis-Cafe. Es wurden herzliche Reden zu Ehren des Geburtstagskindes gehalten und natürlich viele alte Lieder geschmettert. Gemeinsam gesungen hat Horst immer sehr gerne – und wenn wir jetzt dienstags nachmittags unsere Lieblingslieder „Freu dich über jede Stunde“, „Danke für diesen guten Morgen“ und „Die Gedanken sind frei“ singen, denken wir ganz besonders an Horst – und schicken ihm einen leisen Gruß ‘rüber.

Am 21. Oktober 2014 war er das letzte Mal bei uns im „Dienstagskreis“. Trotz seiner zunehmenden körperlichen Schwäche hatte er Pläne für das kommende Jahr – nochmal ein großes zünftiges „Grünkohl-Essen“ für die SeniorInnen, das wäre was! Andere Menschen, wie zum Beispiel die GruppenteilnehmerInnen  aus den verschiedensten Treffen und Kreisen, kulinarisch zu verwöhnen und zu versorgen, schien Horst immer eine Herzensangelegenheit zu sein.

Im Januar 2012 stand er das letzte Mal in der Küche des Gemeindesaals und zauberte mit Unterstützung von Freunden und MitarbeiterInnen von St.Johannis ein traditionelles und deftiges „Kohl-und-Pinkel-Essen“ für die Gemeinde auf den Tisch – ganz so, wie er es aus seiner früheren niedersächsischen Heimat kannte und liebte!!

Lieber Horst, wie oft hast du uns mit deinen Kochkünsten verwöhnt!  

Mit ganz viel Humor, Zuversicht und Gottvertrauen nahm Horst dann auch seine Krankheit an - und kam erst mit Rollator, später dann im Rollstuhl, begleitet von seiner Frau Renate, zu den Gruppentreffen und in’s Cafe. Wenn er fehlte, weil er zum Beispiel zur Dialyse gefahren wurde, war immer eine der ersten Fragen von BesucherInnen: „Wie geht’s denn Herrn Reimann?“. Wenn er nicht da war, hat jemand in der Runde gefehlt. Jetzt bleibt der Platz von Horst leer. Wir haben einen verlässlichen, hilfsbereiten, warmherzigen, oft verschmitzten, humorvollen und lieben  Freund, Kollegen und ehrenamtlichen Mitarbeiter verloren.

Lieber Horst, wir vermissen dich! Mach’s gut!

JUDITH GÖDE

(Sozialpädagogin in St. Johannis)