Moabit hilft Flüchtlingen

Moabit ist in den Medien. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) auf dem alten Krankenhausgelände, die vielen Flüchtlinge vor Ort, die zunehmende Spendenbereitschaft. Und immer wieder: "Moabit hilft!"

Seit sechs Tagen ist die ehrenamtliche Initiative vor Ort und hat es mit unzähligen freiwilligen Helfern, nicht nur aus Moabit, geschafft, dem Chaos Herr zu werden und die Flüchtlinge mit Essen, Trinken, Kleidung und Hygieneartikeln, mit Kinderwagen, Reisetaschen und Schlafsäcken zu versorgen. Über eine von "Moabit hilft!" und den Johannitern mehrmals täglich aktualisierte Liste kann man erfahren, was gerade gebraucht wird  und direkt im Haus R abgeben. Einfach, unbürokratisch und sehr dankbar entgegengenommen.

Noch vor wenigen Tagen herrschte hier Verzweiflung angesichts der Flüchtlingsströme. Heute bot sich ein Bild des friedlich sorgenden Miteinanders. Das ist nicht allein der Verdienst des so gut organisierten, ehrenamtlichen Einsatzes. Auch der Senat hat reagiert und weniger zentrale Ausweichmöglichkeiten gefunden.

Doch gerät die Hilfsbereitschaft jetzt an ihre Grenzen. Und das nicht, weil man nicht mehr könnte, sondern weil weder das Lageso noch der Senat laut Diana Henniges von "Moabit hilft!" das Gespräch mit der Hilfsorganisation auf Augenhöhe sucht. Längst übernehmen die Freiwilligen Aufgaben und Verantwortung, für die eigentlich behördliche Fachkräfte auf dem Gelände sein müssten. Die Ehrenamtlichen fühlen sich nicht ernst genommen. Zuerst wollte man ihre Hilfe nicht, jetzt lässt man sie damit allein. Für die Flüchtlinge wollen sie ihre erfolgreiche Arbeit fortsetzen, aber die Bedingungen müssen sich ändern und die Politiker ihnen nicht nur bei Medienauftritten am Lageso die ausgestreckte Hand reichen.

Und auch die Kirchen und caritativen Einrichtungen sind aufgefordert, sich mehr einzubringen. Pfarrer Mangliers erhielt wie seine Kolleginnen den Notruf und versucht, Möglichkeiten zu finden, sinnvoll aktiv zu werden. Doch eines ist sicher: nur gemeinsam und zentral läuft die aufwendige und bereits erfolgreich gestartete Organisation, nicht, indem jeder seinen eigenen kleinen Hilfsfond gründet. "Moabit hilft!" hat den Weg bereitet, auf dem wir nun gemeinsam respekt- und vertrauensvoll schreiten sollten.
 

Alles Wichtige hierzu im Netz:

Moabit hilft!
http://moabit-hilft.com/

Spendenkonto:
Moabit hilft – Diana Henniges
noris Bank Berlin
Kontonummer: 4435459
BLZ: 10077777

Paypal: moabit.hilft@gmail.com

Informationen:
http://www.berlin-hilft-lageso.de/ 

aktuelle Bedarfsliste:
https://docs.google.com/document/d/1DvfqhmNSkpaaYtyIRsTl_P3GcFjm7iGTOUCYekusTU8/pub

 

 

NACHTRAG VOM 23. AUGUST: Moabit hilft! dankt

"Ihr lieben Unterstützer*innen.

Vieles habt ihr sicherlich der Presseerklärung entnehmen können. Eine unserer Hauptforderungen wurde im Großen und Ganzen erfüllt. Diese war: „Das Einsetzen von Hauptämtern durch z.B. humanitäre Verbände für eine medizinische, soziale und humanitäre Versorgung der wartenden Menschen im und vor dem LaGeSo.“ Das haben wir mit eurer Hilfe geschafft. Dafür ganz herzlichen Dank. (...) Wir/ihr Ehrenamtliche können uns nun endlich dort einbringen, wo wir „hingehören“, bei den Hauptamtlichen. Denn weiterhin benötigt z.B. die Caritas die wunderbaren Unterstützer*innen, die den Kindern schon in den letzten zwei Wochen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben. Darüber sind Übersetzer*innen weiterhin sehr wichtig. Oder der Foodtruck, der die Mittagessen nicht alleine ins Feld bringen kann. Im Medibereich werden temporär weiterhin fleissige Helfer/Sprachmittler gebraucht . Die Schichtpläne hierfür koordiniert Jouanna Hassoun (jouanna.hassoun@lsvd.de) Bitte nehmt mit den jeweilig Verantwortlichen vor Ort Kontakt auf, damit der Einsatz von Helfer*innen koordiniert werden kann. „Moabit hilft“ benötigt auch noch Hilfe, denn wir müssen das Haus R nun wieder „klar Schiff“ machen. Die Spenden müssen aufgeräumt und umverteilt werden, heißt, insbesondere Menschen mit Fahrzeugen würden unser Herz erwärmen. Was folgt als Nächstes? (...)

Die Geflüchteten benötigen weiterhin Unterstützer, sei es bei Behördengängen, Deutschlernen oder dem täglichen Einerlei. Bei all dem wäre es schön, ihr seid wieder dabei. Geht uns bitte nicht verloren. (...) Wir verneigen uns vor euch allen, die ihr uns mit sowohl unfassbarer Großzügig- aber auch Warmherzigkeit überschüttet habt. Auch wir haben unsere Kraft aus eurer Motivation geschöpft. Dass die letzten Wochen so reibungslos abliefen, obwohl sich fremde Menschen aus völlig unterschiedlichen Lebens- und Kulturbereichen trafen, ist ein weiteres Zeichen dafür, dass einfach nur der Mensch zählt. Ohne euch wären wir nur ein Haufen Schreihälse.

„Heart“-Emoticon
Diana, Laszlo, Mareike, Michael, Ebru, Runa, Christiane, Mark, Daniela"

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"Moabit hilft!!"
moabit.hilft@gmail.com
www.moabit-hilft.com
0151 2800 51 50

 

 

MARTINA KNOLL

(bild:logo "Moabit hilft!")