Das Ende einer Ära

 

31 Jahre war Gisela Kopf als Sozialpädagogin in der St. Johannisgemeinde tätig. Am 17. August verabschiedeten wir sie mit einem festlichen Gottesdienst in den wohlverdienten Ruhestand. Die Kirche war voll, viele Gemeindemitglieder wollten Frau Kopf noch einmal persönlich für ihr großes Engagement von der Kinder- und Jugend- bis zur Seniorenarbeit danken.

Der Abschied von Frau Kopf fällt schwer.  Noch ist ihre Nachfolge nicht entschieden. Doch die Seniorenarbeit wird in der Übergangszeit nicht ruhen. Frau Göde übernimmt erst einmal als wohlbekannte Ansprechpartnerin die Betreuung, bis die neue Kraft beginnt.

Wer Frau Kopf wiedersehen möchte, kann dieses vielleicht in einer ganz neuen Rolle. Ihr Mann veranstaltet ab dem 11. Oktober unsere neue Veranstaltungsreihe "Johannis rockt", bei der sich Solisten und Musikgruppen musikalisch im Gemeindesaal präsentieren können. Und sicherlich wird auch Herr Leist hier, wie beim Sommerfest, ab und zu mit seiner Band auftreten und den Gemeindesaal "rocken". Zu unser Freude und der seiner Frau.


In einem Interview mit Pfarrerin Türpe blickte Frau Kopf vor ihrer Verabschiedung zurück auf ihre Zeit in unser Kirchengemeinde.

Frau Kopf, erinnern Sie sich noch an ihren ersten Arbeitstag in St. Johannis?

Ja, das war der 1. März 1983.Ich war ganz schön aufgeregt. Ich erinnere mich noch, wie die damalige Küsterin Frau Lesse ganz freundlich mit mir gesprochen hat. Ich hatte damals eine 50% Stelle für Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit.

Was sind besonders schöne Erinnerungen?

Die Reisen mit den Senioren waren sehr schön: Wir waren auf Usedom und im Harz, in Schleswig- Holstein und im Bayerischen Wald. Das Zusammensein hat immer viel Freude gemacht. Abends gab es immer noch ein „Schummerstündchen“, da habe ich uns bei Kerzenlicht noch etwas vorgelesen, bevor alle schlafen gegangen sind.

Was waren für Sie berufliche Meilensteine?

Ich habe sieben Jahre lang Kinder- und Jugendarbeit gemacht. Da gab es verschiedene Gruppen. Bei den Sommerfesten haben wir Parcours für die Kinder angeboten. Mit den Jugendlichen habe ich einen Jugendrat aufgebaut, der für die Belange der jungen Menschen in der Gemeinde eingetreten ist. Mit manchen Jugendlichen von damals bin ich heute noch in Kontakt und ich merke, dass die Zeit in St. Johannis für sie mit guten Erinnerungen verbunden ist. Darauf bin ich schon ein bißchen stolz.
Gemeinsam mit ehrenamtlichen Seniorinnen habe ich das Gemeindecafé aufgebaut: Die Idee, die dahinter stand, war: Senioren machen ein Café für die Gemeinde. Viele Jahre war das Café ein beliebter Treffpunkt.
Und ich freue mich natürlich, dass ich den meditativen Tanz als Veranstaltung zu uns holen konnte.

Was war Ihnen in ihrer Arbeit besonders wichtig?

Mir ist wichtig zu vermitteln, dass wir bei aller Unterschiedlichkeit den anderen mit Respekt begegnen sollen. Und ich habe mich den Seniorinnen immer sehr nahe gefühlt. Für mich waren und sind die Senioren interessante Leute. Ich habe auch gesehen, wie unterschiedlich sie mit dem Altwerden und mit Beschwerlichkeiten im Alter umgehen. Und ich habe gemerkt, dass ich da eine ganze Menge  lernen kann.

Machen Sie selbst Meditation?

Ich habe mich eine Zeit lang sehr mit Meditation beschäftigt und habe auch verschiedene Kurse dazu gemacht. Einiges konnte ich auch in die Seniorenarbeit einbringen.

Sie haben so viele Jahre in St. Johannis gearbeitet. Fällt es Ihnen schwer, in den Ruhestand zu gehen?

Ich habe durch die Altersteilzeit schon vorher gelernt, meine Freizeit zu gestalten. Ich mache Aquafitness, singe im Chor, tanze, pflanze und ich lese gerne. Oft sind meine Großneffen zu Besuch. Sie machen meinem Mann und mir viel Freude. Trotzdem ist die Vorstellung gruselig, dass nun die Berufstätigkeit vorbei ist. Ich habe in der Kirchengemeinde ja mit meiner ganzen Person und mit meinem Herzen gearbeitet. Aber es ist auch schön, jetzt nur noch selbst gemachte Verpflichtungen zu haben.

Vielen Dank, Frau Kopf. Wir wünschen Ihnen einen fröhlichen Ruhestand mit bestmöglicher Gesundheit. Haben Sie denn noch einen Lesetipp für uns?

„Meditation für Dummies“. Das liegt auf meinem Nachttisch.

 


Das Interview führte CAROLA TÜRPE.