Fasten für alle

 

Wir wissen nicht, was diesen Sonntag im Kindergottesdienst passieren wird. Aber am Mittwoch beginnt die Fastenzeit und gibt damit das Thema vor.


Im Rahmen der "7-Wochen-ohne"-Aktion der evangelischen Kirche bietet Pfarrer Mangliers deshalb ab "Aschermittwoch" wöchentlich einen etwa halbstündigen, begleitenden Gesprächskreis in der Kirche - für Erwachsene, die in dieser Zeit einem Laster, einer schlechten Angewohnheit oder einer vermeintlichen Abhängigkeit entsagen möchten: Kaffee, Zigaretten, Alkohol, dem Fernsehen oder Feiern, dem Neid oder vielleicht gar der bösen Nachrede.

Die Fastenzeit im protestantischen Verständnis ist nicht den vorgeschriebenen Ritualen anderer Religionen vergleichbar. Wir knüpfen an sie nicht unser Seelenheil, sondern betrachten sie als Zeit der inneren Einkehr, der Reduktion auf das Wesentliche, der Besinnung und Umkehr. Ganz freiwillig - niemand ist zur Teilnahme gezwungen.

Wer es einmal im Kreise Gleichgesinnter ausprobieren möchte:
von jetzt ab für die nächsten sieben Wochen immer
mittwochs um 18 Uhr mit Pfarrer Mangliers in St. Johannis.


Und was ist mit den Kindern im Kindergottesdienst? Worauf könnten sie verzichten? Was werden sie erkennen?
Das Kindergottesdienst-Team hat sich dazu Gedanken gemacht, eine Geschichte ausgesucht und Überraschungen für viele Teilnehmer parat:
am Sonntag, dem 14. Februar um 9.30 Uhr in St. Johannis.


So ist das Angebot unserer Gemeinde während der Fastenzeit diesmal sogar noch ein bisschen reichhaltiger als in der Zeit drumherum. Keine Zeit für Kirchenabstinenz.
 

MARTINA KNOLL

 

P.S. Wer es nicht abwarten kann, kopiert sich diese nette Würfelbastelvorlage und übt sich schon mal im Verzicht nach folgenden Regeln:


"Mit dem Fastenwürfel kannst du täglich würfeln und fastest je nach dem gewürfelten Symbol. Beim „Joker“ kannst du dir selbst etwas aussuchen. Hier sind einige Vorschläge:

Mit den Augen fasten: weniger Fernsehen, Video schauen und Computer spielen; überlege dir gut, was du dir anschaust. Vielleicht kannst du dann Dinge sehen, die du sonst übersiehst oder ganz Neues zu entdecken.
Mit den Ohren fasten: das Handy manchmal ausschalten, weniger oft Radio hören; lausche, was auch in der Stille hörbar ist; höre auf die Geräusche in der Natur, und auf das, was dir andere sagen wollen. Versuche ruhig zu werden und in dich hineinzuhören.
Mit dem Mund fasten: bewusster essen; einfacher essen, um wieder besser schmecken und genießen zu können; weniger sprechen – mehr zuhören, genau darauf aufpassen, was ich sage, und wie ich es sage; „Nörgelfasten“; „Zauberworte“ verwenden (bitte, danke, entschuldige, ich freue mich ...)
Mit den Händen fasten: (im Haushalt) helfen; streicheln; trösten; zupacken, wo es nötig ist; Hände zum Gebet falten; jemanden halten, der es gerade braucht.
Mit den Füßen fasten: mehr Wege zu Fuß bestreiten; Treppe statt Lift benützen; gehen in der Natur statt im Shoppingcenter; den Kreuzweg gehen; zur Ruhe kommen, um nachzudenken und neue Wege zu entdecken."

Autorin:  Brigitta Hasch, "KiKi", Kirchenzeitung, Linz, 2014

 

Bastelvorlage aus: Hurra – Jesus lebt! Mit Kindern die Fastenzeit und Ostern erleben, U. Zwielehner, H. Brandmayr, B. Eckl, C. Grünbacher, B. Mayr-Bauernfeind, SPIEGEL – Kath. Bildungswerk (Hg.); Neuauflage 2014.