Abkehr vom Kirchturmdenken

Pfarrerin Sabine Röhm

 

Wir sind eine Gemeinde. Eine Gemeinde mit derzeit vier Standorten und fünf Pfarrpersonen, die als Pfarrteam von jetzt an der gesamten Gemeinde Tiergarten zugeordnet sind.

Das zum 1. Juli in Kraft getretene neue Pfarrkonzept unserer Kirchengemeinde ist die Abkehr vom Parochialprinzip, in dem jeder Kirche für Verwaltung und Seelsorge eine Pfarrperson zugeordnet war. Das ist eine Umstellung, die nicht jedem leicht fallen wird, aber niemand verliert die Pfarrperson seines Vertrauens, sondern gewinnt das restliche Pfarrteam hinzu.

Kein Standort hat jetzt mehr „seinen“ Pfarrer oder „seine“ Pfarrerin“. Und doch wird sich an jedem ein Arbeitsplatz befinden und die innehabende Pfarrperson ist als Ansprechpartner besonders um diesen Ort bemüht. Organisatorisch unterstehen ihr die dortigen Gottesdienste, der Bezirksausschuss, die Offene Kirche, das äußere Erscheinungsbild des Standorts, die Ehrenamtlichen vor Ort. St. Johannis wird von Pfarrerin Röhm übernommen, die zuvor in der KFG- und der Heilandskirche tätig war. St. Johannis ist ihr bestens vertraut und auch viele der sich dieser Kirche verbundenfühlenden Gemeindemitglieder kennen ihr Gesicht und sie ihres. Wir freuen uns auf sie! An ihrem neuen Arbeitsplatz in der Sakristei der Kirche kann man sie ab Mitte August begrüßen.

Pfarrer Sascha Gebauer bezog Anfang Juli sein Büro in der Heilandskirche. Pfarrerin Freudenberg, als Interimspfarrerin in Erlöser tätig, behält ihren Arbeitsplatz noch bis Ende September, dann soll die Pfarrstelle langfristig besetzt werden. Mit der Rückkehr von Pfarrerin Türpe aus der Elternzeit Ende August wird diese den Standort Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche betreuen. Pfarrer Mangliers ist als Seniorpfarrer noch etwa ein Jahr unterstützend in der Gemeinde tätig.

Das neue Pfarrkonzept ist Spiegel der vertrauensvollen Zusammenarbeit der Pfarrer und Pfarrerinnen in der fusionierten Gemeinde. Gemeinsam wollen sie die neue Kirchengemeinde führen und beschreiten diesen Weg voller Zuversicht. Zunächst für ein Jahr. Danach soll rückblickend und vorausschauend entschieden werden, ob diese Neuerung Bestand haben soll.

MARTINA KNOLL

(foto:knoll)